Lehrstuhl für makroskopische und klinische Anatomie

In der Forschung beschäftigen sich die Mitarbeiter*innen des Lehrstuhls in drei Forschungsteams mit ausgewählten Themen der Anatomie und Biomechanik.

Biomechanik

Experimentelle Biomechanik

Die experimentelle Biomechanik analysiert das Verhalten biologischer, vor allem menschlicher Gewebe und künstlicher Biomaterialien unter mechanischer Belastung. Mit Hilfe materialwissenschaftlicher Methoden wird untersucht, wie sich Knochen und Weichteile verformen, wenn diese unterschiedlichen Kräften oder Dehnungen ausgesetzt werden. Die Verbindung von Methoden der mit dem Auge sichtbaren Makromechanik mit denen der Mikromechanik und der Oberflächenchemie erlaubt tiefe Einblicke in den hierarchischen Aufbau biologischer Gewebe. Hierdurch können jene Prinzipien erforscht werden, die den Geweben ihre Widerstandsfähigkeit verleihen.

Das interdisziplinäre Team der Experimentellen Biomechanik kombiniert die Methoden der Ingenieurwissenschaften, Chemie und Lebenswissenschaften und erforscht klinisch relevante Daten und Phänomene der Gewebemechanik, die zum Verständnis von biomechanischem Gewebeverhalten beim Gesunden und Erkrankten beitragen oder eine Inspiration für neue Behandlungsmethoden schaffen.

Klinisch-Translationale Anatomie

Klinisch-Translationale Anatomie

Die Klinisch-Translationale Anatomie beschreibt jenen Bestandteil unseres Fachs, das durch Vermittlung neuesten Wissens um die Feinstruktur des menschlichen Körpers ermöglicht, die Patient*innen sicher zu behandeln. Forschungsgegenstand sind unter anderem neuartige Therapieformen und Operationstechniken, oder auch die „Kartographierung“ menschlicher Gewebe aus Sicht der*des am Patient*innen tätigen Ärztin*Arztes. Dieses Herzstück unseres Instituts ist eng mit den Forschungsbereichen der experimentellen Biomechanik und Lehrforschung verzahnt. Neben klassischen Methoden der Präparation, Mazeration, Korrosion kommen auch bildgebende Verfahren wie die micro-CT, 3D-Scans, die Dünnschnittplastination und virtuelle Simulationen zum Einsatz.

Lehrforschung

Lehrforschung

Unsere Lehrforschung betrachtet den Zusammenhang zwischen Lehrmethoden der Anatomie und dem Wissenserwerb und Wissenserhalt unserer Studierenden und Kursteilnehmer*innen. Hier steht vor allem die Körperspende im Mittelpunkt.

Körperspenden bleiben auch im 21. Jahrhundert die geeignetste Methode, um Studierenden Wissen über den Aufbau und die Funktion des menschlichen Körpers zu vermitteln und optimal auf den Medizinberuf vorzubereiten. Daher beschäftigt sich die Lehrforschung mit der bestmöglichen Nutzung des Geschenks der Körperspende an die Wissenschaft. Wichtige Schwerpunkte der Lehrforschung sind einerseits die Weiterentwicklung anatomischer Fixierungstechniken und sowie deren Evaluation in Hinblick auf die Anwendungssicherheit und die Wissensvermittlung. Andererseits beinhaltet die Lehrforschung die Etablierung neuer Lehr- und Lernkonzepte, digitaler und virtueller Lehrinhalte und deren Evaluation. Unser Ziel ist es, den Studierenden die bestmögliche Lehre zu bieten.